Reise um die Welt Teil 12

Panama, St. Blas Inseln, Panama Kanal

San Blas Inseln

Seit sieben Monaten leben wir auf einem Boot und reisen damit um die Welt. Zeit ist relativ: jeder Tag bringt ein neues Abenteuer, stellt sich eine neue Herausforderung, ist die Welt eine andere. Auf unserer Strecke fahren wir jetzt zu den San Blas Inseln.

Dieses Inselparadies, vor den Toren Panamas, besteht aus mehr als 400, relativ unberührten, Inseln und gehört dem eigenständigen und auch eigenwilligen Volk der Guna Yala. Ihre „Molas“, Stickereien auf Baumwollstoffen, die den Tier Reichtum und die Verbindung zu Natur und Erde symbolisch darstellen, sind bekannt und ein, bei Touristen beliebtes, Souvenir. Eigentlich verortet man kleine Sandinseln mit Palmen, umschlossen von Korallenriffen, in der Südsee. Aber hier ist es ein karibischer Traum.

Der Tourismus ist zurückhaltend und sehr einfach, ähnlich wie es, auf den Malediven, in früheren Zeiten, einmal war. Man reibt sich etwas ungläubig die Augen, aber es ist kein Traum. Jeden Tag kommen mehrere Holzruderboote zu unserem Boot. Die Menschen wollen uns ihre Arbeiten, Fisch, Krebse oder Langusten verkaufen. Wir verschenken Cola Dosen und Tüten mit Buchstabensuppe, die sich, unerklärlicherweise, in großen Mengen in unseren Vorräten befinden. Vielleicht hatte unser erster Kapitän die Sorge, unsere Versorgung könnte unterbrochen werden. Ich möchte darüber gar nicht nachdenken. Die Kinder freuen sich. Wir verleben ungezwungene fröhliche Tage. Die Schnorchel Erlebnisse sind legendär und einige von uns sehen zum ersten Mal große Ammenhaie in unmittelbarer Nähe. Auch Adlerrochen schweben plötzlich durchs Bild. Die Korallen sind farbenfroh, ein Zuhause für viele kleine Fischschwärme.

San Blas
San Blas

Das Land der Gula Yala

Wir begegnen Lisa der Stammesführerin. Sie ist ein Mann, schlüpfte aber in Ermangelung der, eigentlich für diese Rolle erforderlichen Frau, in diese Rolle. Sie lebt auf einer der größeren Inseln. Von Weitem hat man den Eindruck, sie drohen unter der Last der vielen Holzhütten unterzugehen. Mit einem einfachen, flachen Holzboot, fast wie ein Floss, bringt sie uns in den Regenwald. An einer Flussbiegung müssen wir aussteigen und zu Fuß weitergehen. Erste Station im Regelwald ist das Grab ihrer Eltern.

Die Toten der Gula Yala werden direkt in der Erde beerdigt und der kleine, ordentliche Sandhaufen darüber ist mit Dingen aus dem Alltagsleben, einer Tasse oder den Plastiksandalen, dekoriert. Nachdem wir diese, eigenartig lebendige und zugleich archaische, Stätte achtungsvoll durchgequert haben nähern wir uns unserem eigentlichen Ziel, einem kleinen wilden Dschungelfluss.

Sie zeigt uns eine Stelle, an der wir hineinspringen können und bewegen uns von da an, schwimmend und über Felsbrocken steigend, durch das Flusstal. Das Wasser des Flusses ist klar und trinkbar, die Quelle entspringt in unmittelbarer Nähe. Wir hören und spüren die Natur. Lisas erzählt uns Geschichten über das Schamanentum, die Heilkräfte der Natur und die Gesetze ihres Volkes. Nach Stunden unter grünen Blätterdächern, durch die die Sonne hindurchblitzt, kehren wir aus der Welt der Toten und der Flussgeister zurück an Bord.

Vielleicht sollte man erzählen, dass auch hier der Regelwald abgebrannt wird. Man sieht die Rauchwolken vom Wasser aus. Allerdings geschieht es nach den Regeln des Stammes. Abgebranntes Terrain wird für Bananenplantagen urbar gemacht, die Parzellen unter den Stammesmitgliedern aufgeteilt.

Land der Gula Yala
Land der Gula Yala

Panamakanal und Panama City

Der Kontrast, zwischen diesem Paradies und der Hightech Welt von Panama City und des Panamakanals, könnte nicht größer sein. Der Pazifik naht, auf unserer Reise um die Welt. Zuerst heißt es, im kleinen Hafen von Colon, geduldig auf das Panama Durchquerungsprozedere zu warten. Diese Marina, in der sich alle Boote, die in den Pazifik wollen, auf ihre Durchfahrt vorbereiten, liegt in einem Nationalpark.

Im dahinter liegenden Regenwald begegnet man Affen, Nasenbären, Schmetterlingen, Ameisenstraßen. Bunte Blütenblätter werden, einer lebendigen Kette gleich, transportiert. Man hört das Gebrüll der Affen. Keine zehn Schritte und man ist in einer anderen Welt. Später kommen Inspektoren an Bord und checken das Boot auf seine Panamakanal Tauglichkeit. Wir bekommen dicke Taue, die wir bei der Durchfahrt durch den Kanal nutzen müssen. Es wird alles genau erklärt und dann kommt der Tag: der Pilot wird auf unser Schiff gebracht und wir nähern uns der ersten Schleuse. Hier werden pro Jahr ca. 14.000 Schiffe durchgeschleust.

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