Reise um die Welt Teil 13/3

Auf den Spuren der Inka

Von Puna über Cuzco nach Machu Picchu und zurück nach Panama

Unsere freundliche bolivianische Familie organisiert uns einen Transfer nach Cuzco. Zwar freuen uns nicht über einen weiteren langen Transfer, aber die Landschaft, die sich uns dann zeigt, ist Grund genug, auch diese Fahrt zu genießen. Wir fahren über einen Pass auf über 3.500 Metern. Hier haben Händler ihre Stände aufgebaut. Statt des üblichen Trödels findet man hier geschmackvolle Schals und Pullover aus Alpaka Wolle in dezenten Farben und Mustern. Pullover, Decken, Lammfellpantoffeln., Alles was das deutsche Winterherz begehrt. Beim Souvenirkauf waren wir bisher mehr als zurückhaltend und wenn man so an Weihnachten denkt…

Floating Hotel, Puno
Floating Hotel, Puno

Cuzco

Irgendwann ist auch diese Fahrt zu Ende und wir betreten das Paradies. Unser Hotel liegt in einem ehemaligen spanischen Kloster in der Altstadt von Cuzco.  Es ist nicht nur überaus geschmackvoll eingerichtet, sondern auch ein Ort der Stille und des phantastischen Essens. Es könnte jetzt ein Exkurs über Ceviche folgen, denn wir haben Ceviche studiert. Allein darüber könnte man einen eigenen Artikel schreiben. Ja, das werde ich in Zukunft einmal machen.

Altstadt Cuzco
Altstadt Cuzco

Machu Picchu

Es mag an der politischen Krise oder schlicht am hervorragenden Hospitality Management liegen, dass man als Tourist, in diesen Tagen, so hochgeschätzt wird. Denn wie von Zauberhand ist der Besuch von Machu Picchu am nächsten Tag organisiert. Der nostalgische Zug fährt 3 Stunden an einem Flusses entlang, windet sich zwischen dicht bewaldeten Bergen durch enge Täler. Irgendwo über unseren Köpfen führt der Inka Trail von der ehemaligen Verwaltungszentrale der Inkas, Cuzco, ins Hochland nach Machu Picchu. Nur zu bestimmten Anlässen kam der Herrscher hierher. Es war ein magischer ritueller Ort, an dem sich Gelehrte zu Studienzwecken aufhielten und Adelige residierten.

Man träumte von der weiteren Eroberung des Amazonas Dschungels, der in geringer Entfernung liegt. Das aber blieb ein Traum, denn diesen zu durchdringen, war strategisch schwieriger, als eine Straße über die Berge ins Hochland zu bauen. In der gut erhaltenen Anlage lässt sich verstehen, wie das Leben auf dem Berg organisiert war. Es gab Häuser für die Angestellten, Versorgungsgebäude, Werkstätten, Viertel für die Gelehrten, Räume in denen astronomische Studien betrieben wurden, ein Versammlungsfeld, über dem der Herrscher thronte, Kultstätten und Weizenfelder.

Die Inka waren ein auf Eroberung ausgerichtetes, kriegerisches Volk mit ausgeprägtem Standesdenken. Sie waren gebildet und erfinderisch. Als erste erfanden sie eine Art Alphabet. Es wurden Knoten in lange Schnüre gebunden, deren Position und Anzahl eine Sprache darstellten. Sie trieben Handel über lange Wege quer durch die Anden. Es ging um Macht, Besitz und Eroberung. Bei letztem waren sie erfolgreich in der Eroberung anderer Völker, die sie unterdrückten, bevor sie dann selber Opfer der spanischen Eroberer wurden. Deren Feuerwaffen und Bakterien hatten sie nichts entgegen zu setzen. Warum die Spanier diesen Ort nie betreten haben ist reine Spekulation. Das sie davon gewusst haben, scheint aber unumstritten. Für ihre strategischen Vorhaben war er jedoch scheinbar nicht wichtig. Hier gab es keine Gold und Silbervorkommen.

Machu Picchu, Peru
Machu Picchu, Peru

Zurück in Cuzco genießen wir noch einen schönen Vormittag in der lebendigen Altstadt. Die Spuren der spanischen Eroberer sind allgegenwärtig. Jede noch so kleine Ruine der Inka wurde von einer Kirche, einem Kloster oder einem Verwaltungsgebäude überbaut. Diese Stadt ist ein prachtvolles Zeugnis spanischer Eroberungsgeschichte. Insbesondere die Kathedrale ist üppig, opulent ausgestattet und groß und steht ihren europäische Vorbildern in Nichts nach.

Zum ersten Mal, auf unserer Reise, scheinen wir mit unserer Organisation nicht weiter zu kommen und finden keinen passenden Flug zurück nach Panama. Die einzige Lösung ist eine Übernachtung in Bogota. Das beschert uns Zeit für einen Besuch der Innenstadt. Es ist Sonntag und der Simon Bolivar Platz wird bevölkert von Familien, die ihre Freizeit an diesem sonnigen Tag  genießen. An einer Ecke wird Sala tanzen unterrichtet, an einer anderen werden lokale Spezialitäten angeboten. Die Stimmung ist fröhlich, gelöst und der Besuch des Botero Museums ein Highlight. Das Museum hat eine schöne Sammlung impressionistischer Maler und die Exemplare des Namensgebers, Botero, sind ausdrucksstark und interessant. Seine naive Kunst, die der bürgerlichen Gesellschaft, den Spiegel vor das eitle Gesicht hält, macht nachdenklich. Sie ist anstößig und aufrüttelnd zugleich.

Museo Botero, Bogota
Museo Botero, Bogota
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