Reise um die Welt Teil 14

Überfahrt zu den Galápagos-Inseln

Und wieder machen wir uns auf die Reise. Das Boot liegt tiefer im Wasser, so viele Vorräte haben wir in den letzten Tagen gebunkert. Man merkt, es geht in Richtung Südsee und die lange Pazifiküberquerung liegt vor uns. Wir werden fünf Tage für die Überfahrt zu den Galapagos-Inseln brauchen.

Pazifik zwischen Panama und Galapagos
Pazifik zwischen Panama und Galapagos

Die ersten Tage verlaufen eher wortkarg, wir müssen uns erst von unseren Südamerika Abenteuern erholen. Irgendwann kehrt die Lebensenergie zurück und wir werfen in San Christobal den Anker. Verspielte Robbenkinder machen sich einen Spaß daraus, an unserem Boot herumzuspielen und darunter hinweg zu tauchen. Kaum sind sie auf einer Seite des Bootes aufgetaucht und man versucht ein Foto zu machen, schon sind sie wieder unter dem Boot weggetaucht und erscheinen auf der anderen Seite. Sie scheinen einen Heidenspaß zu haben. Wo sind die Eltern? Entweder liegen sie Tiefschlaf auf dem Landesteg im Hafen oder sie sind unterwegs, Fische erlegen.

Hafen San Christobal, Galapagos Inseln
Hafen San Christobal, Galapagos Inseln

Umweltschutz auf den Galápagos-Inseln

Um mit dem eigenen Boot nach Galapagos zu reisen, muss man Vieles beachten. Der Schiffsrumpf musste vor Abreise von Tauchern in Panama gereinigt werden. Es dürfen keine frischen Lebensmittel wie Fleisch und Fisch eingeführt werden. Das Problem haben wir pragmatisch gelöst; wir haben alles eingefroren, auch den Kaffee. Acht streng blickende Angehörige des Immigration Office kommen an Bord und nehmen alles genau unter die Lupe.

Der Umweltschutz der empfindlichen Natur findet nicht nur auf dem Papier statt. Auf der anderen Seite blüht der Tourismus, den man sich hier teuer bezahlen lässt. Wer hier einen Ausflug machen möchte, braucht zwangsläufig einen Guide. Alles ist streng limitiert, individuelle Erkundigungen sind nicht erlaubt und auch nicht möglich.

Wer auf die Idee käme, mit dem eigenen Beiboot einen Ausflug zu unternehmen, würde das sehr bereuen. Ein Besuch der unbewohnten Insel Española, auf der Albatrosse nisten und der berühmte blue-footed booby lebt, ist nur mit einem teuren Permit möglich. Die Besuchszeiten sind streng limitiert und, An-und Abfahrt werden per GPS überwacht. Wer sich darüber hinweg setzt, dem droht eine saftige Strafe.

Die Mühe lohnt sich. Das Zodiac bringt uns an Land und wir laufen über Sandwege und Felsen und erleben unvergessliche Stunden in Gesellschaft von Iguanas, Seelöwen, Albatrossen, Fregattevögeln, Falken und kleinen Echsen. Wir können alle Tiere aus unmittelbarer Nähe betrachten, sie zeigen keine Scheu. Die Kulisse auf den schroffen Felsen, die von Vogelkolonien und hunderten Iguanas bevölkert sind, ist atemberaubend. Diese schwimmenden Echsen leben nur hier auf den Galapagos Inseln. Der Pazifik donnert gegen die Felsen. Am Nachmittag gehen wir ins Wasser. Zusammen mit unserem Guide schwimmen und spielen wir ein wenig mit den Seelöwen. Sie sind wie Hundewelpen. Zutraulich, verspielt, schnell und wendig. Ab und zu zwicken sie uns in den Arm oder die Flosse. Das gehört wohl zum Spiel dazu und ist nicht wirklich schmerzhaft.

North Seymore, Galapagos Inseln
North Seymore, Galapagos Inseln

Das Naturschauspiel ist einzigartig.

Wir sind mit zwei anderen Booten die einzigen Besucher dieser Traumwelt und machen uns mit dem Kopf voller Bilder auf den Weg nach Santa Cruz. Nach dem beschaulichen San Cristobal ist Porto Arroyo touristisch und voll. Ein Tauchshop und Reiseveranstalter reiht sich an den nächsten. Tauchen ist eine der Hauptattraktionen auf dieser Insel. Warum, erfahren wir am nächsten Tag, als wir zum schönsten Tauchspot, dem Gordon Rock, steuern. Zwischen zwei Felsen kocht das Wasser. Unser Tauch Guide bleibt gelassen. Die einzige Anweisung lautet: sofort runter gehen, sonst landet man in den Felsen.

Der Blutdruck steigt bei solchen Bedingungen, beim schnellen Runtergehen muss alles passen. Dass tut es dann aber auch und nach 3 Metern abtauchen, durch Luftblasen und wirbelnden Schaum ohne Sicht, hat sich alles beruhigt und man findet sich als Gruppe wieder. Kaum haben wir uns akklimatisiert, geht es los. Die Strömung treibt uns durch den Kanal. Unterwegs begegnet uns ein Hammerhai, der sich nicht für uns interessiert. Es tummeln sich große Schildkröten, Riffhaie, Rochen und andere Meeresbewohner, die man sonst nicht so einfach vor die Taucherbrille bekommt. Ein Schwarm aus tausenden Sardinen hüllt uns ein, es wird dunkel.

Die Sicht ist wegen des Planktons nicht gut aber dafür werden wir Zeugen eines Unterwasserparadieses. Zurück an Bord, vollgepumpt mit Adrenalin, lassen wir das Erlebte nochmal Revue passieren. Was haben wir da gerade alles gesehen?  Kurz spielen wir mit der Idee eine mehrtägige Tauchkreuzfahrt bis zu den Inseln Darwin und Wolf zu machen, aber Aufwand und Kosten sind hoch und das Tauchen bei dieser Strömung auch nicht ohne Anstrengung. Wir lassen es bei dem bewenden, was wir gesehen haben und das ist zauberhaft und einmalig.

Insel Daphne, Galapagos Inseln

Die Darwin Research Station in Porto Arroyo sollte ein Pflichtprogamm für alle Besucher werden. Schließlich muss man sich hier auch mit den Lehren und dem Leben von Charles Darwin auseinandersetzen. Die Biologen schaffen es, pro Jahr über 100 Schildkröten zu züchten und aus zu wildern. Auf die Frage einer Teilnehmerin, ob es sich negativ auswirke, dass viele den gleichen Vater hätten, wird eher ausweichend reagiert. Es wäre besser so, sonst gäbe es keine Schildkröten mehr. Nur „Lonesome George“, der letzten Schildkröte der Insel Pinta, war die Fortpflanzung trotz aller Bemühungen nicht vergönnt. Er starb im Alter von 150 Jahren und ist, ausgestopft, in seiner ganzen Größe, in einer Glasvitrine, zu bewundern. Santa Cruz ist klein, der Hafen irgendwann auch erkundet und alle Tauchspots und Ausflüge absolviert. Jetzt wollen wir weiter, der Pazifik wartet auf uns.

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