Reise um die Welt – Teil 3

Die Kapverdischen Inseln und der Atlantik

Auf den Kapverden gehen wir im Porto Grande auf Sao Vicente an Land. Der Name des Hafens weckt andere Erwartungen, als die Realität dann ist. Wir liegen im Industriehafen, zwischen dem martialisch aussehenden Boot der Küstenwache und einem Frachter, beladen mit Mais, der von Miniaturlastern abtransportiert wird. Die Insel will versorgt werden, denn hier wächst nicht viel. Karg und trocken ragen die Felsen mitten im Atlantik in den Himmel.

Die Erkundung der Hauptstadt Mindelo ergibt: Sonntags ist hier der Hund begraben, beziehungsweise es herrscht sonntägliche Ruhe. Der portugiesische Teil Europas lässt grüssen. Wir erkunden die Insel. Der Norden zeigt sich rau und schön. An der Strasse grillen Familien in den Haltepunkten für Photostops. Es ist Sonntag, man gönnt sich Ruhe.

Schwimmen kann man an diesen Stränden, ausser in der Lagune von Cabo de Gato, nicht. Die Strömung ist zu stark. Schwimmen waren wir auf diesem Trip bisher genau zwei Mal, als wir uns die Wartezeit in Lanzarote in einer der Papagayo Bucht versüsst haben.

Das Reisen hat uns auch schon ein wenig verändert, wir akzeptieren mehr, haben keine Erwartungshaltungen und sind völlig offen für Neues.  Aber wir freuen uns schon auf Buchten und brasilianische Strände auf der anderen Seite des Atlantiks.

Kapverdische Inseln
Kapverdische Inseln

Reisen verändert – Der Norden, Sao Vincente

Die Hochebene, durch die man zwischen Farmen zurück fährt, ist überraschend grün. Verglichen mit den gewohnten Standards hat man allerdings das Gefühl, dass die Ordnung sich dem Mangel an Mitteln unterordnen muss. Die Insel ist nicht unbedingt wohlhabend. Die meisten Einkünfte bringt wohl der Tourismus und mit ihm die Segler und die gelegentlich anlegenden Kreuzfahrtschiffe. Diese Ozeanriesen bleiben allerdings nur ca. 5 Stunden, dann sind sie wieder weg. Trotz bescheidener Mittel und begrenzter Ressourcen ist Mindelo eine fröhliche Stadt voller Musik. Die Lieder der unsterblichen Cesaria Evora erklingen abends beim Essen im Restaurant.

Smile around the world, Mindelo

Pergola.

Im Süden der Insel haben wir Glück. Reiche Beute wird an Land gebracht. Die mit grossen Harpunen erlegten Yellowfin Thunfische sind riesig und sorgen für entsprechende Aufregung. 

Der Sonnenuntergang in der Bucht von Sao Pedro ist wunderschön, die Stimmung entspannt. Beim Schnorcheln kann man Schildkroeten beobachten. Es geht wieder zurück in unseren wunderschönen Industriehafen. Aber wir haben uns Elektro Scooter gekauft, mit denen wir jetzt durch den Hafen flitzen koennen. Eine sehr gute Investition.

Sao Pedro, Sao Vicente

Unterwegs in einem Café treffen wir Marc, einen norwegischen Segler, der mit seiner Freundin und zahlenden Gästen auf dem Atlantik unterwegs ist. Wir kommen uns mit unserem Minikreuzfahrtschiff etwas sonderbar vor. Toleranz first:  es gibt immer verschiedene Wege. Er hat seinen Job aufgegeben und seine Reise hat keinen Endpunkt. Die finanziellen Mittel bestimmen die Route und die Länge der Reise.

Er ist Maschinist, kann also überall auf der Welt arbeiten. Kein digital Native sondern ein passionierter Segler und Weltenbummler. Wir wollen weiter, es gibt nichts mehr zu tun. Wir haben Wasser für die nächsten vier Monate eingekauft. Aufregung vor dem Crossing macht sich breit. Wir legen um 24:02 h. Der  Kapitän legt grundsätzlich Dienstags und Freitags nicht ab. Jeder hat seine eigenen Prinzipien!

Die Wahrnehmung der eigenen Ressourcen hilft, Ängste zu überwinden

Wir erleben die erste Nacht alleine auf dem Ozean, auf dem weit und breit kein anderes Schiff unterwegs ist und es draussen dunkel wird. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe schon besser geschlafen. An das Schaukeln gewöhnt man sich schnell aber das Kopfkino muss man lernen, auszuschalten. Angst ist kein guter Reisebegleiter und hilft nicht wirklich weiter.

Ich habe es nochmal in dem Interview mit Melanie Wolfers nachgelesen. Sie sagte damals, das uns Angst im Leben immer begleitet. Sie ist ein wichtiges Warnsignal. Lassen wir uns aber in unseren Entscheidungen von Angst steuern, werden wir nichts mehr entscheiden. Die Entscheidung ist aber gefallen, das Schiff fährt. Dem Meeresrauschen lauschen und das Schaukeln als angenehmen empfinden, sich in den Wind stellen und ihn spüren. Es einfach geniessen, das hilft!

Das Schiff fährt zuverlässig seinen Kurs. In fünf Tagen sind wir in Fernando di Noronha in Brasilien.

Kurs auf Brasilien

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