Reise um die Welt Teil 4 – Mutig sein

Eigentlich sollte der Titel dieses Posts „loslassen“ lauten, denn bei dieser Reise, oder besser diesem Abenteuer, sollten das Loslassen und die Veränderung besonders im Fokus stehen. Natürlich ist „los zu lassen“ eine Voraussetzung, um den ersten Schritt zur Veränderung zu machen. Je mehr ich aber darüber nachdenke, stelle ich fest, dass es vielmehr um Mut geht.

Mut kann man trainieren, indem man Entscheidungen trifft

Man braucht Mut, um sich auf eine Reise zu begeben. In unserem Fall, um mit einem frisch renovierten Boot, das gerade aus der Werft kommt, los zu fahren. Mit einem Boot, das man nicht kennt und nicht lange getestet hat. Mit einer Crew, die jung und unerfahren ist und die man auch nicht wirklich kennt. Um sich auf Meere zu begeben, die man nur am Rande bereist hat. In Gebiete, die man nur aus Reiseführern kennt. Das alleine genügt, um den eigenen Mut auf harte Proben zu stellen. Das kann man als verheerend, Angst einflößend und überfordernd empfinden. Man kann sich jeden Tag fürchten, darauf warten, dass es vorbei geht oder die Entscheidung ständig bereuen. Es kann aber auch eine Herausforderung sein, bei der man sich neu erlebt, seine Ressourcen spürt und seinen Mut entdeckt.

Und wie überwindet man seine Ängste, wie sammelt man seinen Mut? Lest doch einmal das Interview mit Melanie Wolfers „Wie lernt man Zuversicht, Frau Wolfers“ auf meiner Seite www.ht-stories. Sie gibt viele hilfreiche Hinweise und Erklärungen.

Atlantiküberquerung

Mutig sein, den eigenen Kurs bestimmen

Jede neue Idee, jede Entscheidung, erfordert Mut und einen ersten Schritt, um ins Tun zu kommen. Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen, denn ich glaube, dass es zu den schönsten Dingen gehört, sagen zu können: „ich habe es gemacht“. Wir haben die Chance, unser Leben jeden Tag selbst zu gestalten und unsere Geschichte jeden Tag neu zu erzählen. Es passiert uns nicht einfach, wir können den Kurs selbst bestimmen.

Am Anfang dieser Reise gab es den Wunsch, das Leben zu verändern und eine Zäsur zu machen. Es gab den Wunsch, etwas Besonderes zu erleben, sich Zeit zu nehmen und sich auf den Weg zu machen. Viele, die uns bisher unterwegs begegnet sind, machen genau das. Sie verkaufen ihren Besitz, begeben sich mit Mann und Maus auf ein Schiff und starten in Richtung Ungewissheit, wie unser norwegischer Segler im letzten Kapitel. Das machen wir nicht. Und es gibt auch kein Gesetz , das besagt, dass man nur so zum Ziel kommt. Wir haben eine Tür geöffnet, sind hindurchgegangen. Die Tür bleibt offen.

Atlantiküberquerung

Eine Atlantiküberquerung ist sicherlich eine perfekte Gelegenheit, um seinen Ängsten direkt in die Augen zu schauen. Weit und breit nur Wasser, umgeben von Wolken und gelegentlich auch gut durchgeschüttelt von Wellen, fährt man seinem unbekannten Ziel entgegen. Es wird dunkel, man ist alleine auf dem weiten atlantischen Ozean. Alle nehmen die „Autobahn“ von den kanarischen Inseln direkt in die Karibik, wir hingegeben sind das einzige Schiff, weit und breit, dass von den Kapverden Kurs auf Brasilien nimmt. Man vertraut auf die Technik und die seemännischen Fähigkeiten des Kapitäns. Man hofft auf gnädige Winde und hofft, dass alles gut geht. Lesend, diskutierend, schreibend und gelegentlich auch therapeutisch strickend geniesst man sternenklare Nächte, einen wunderbar ruhige Tage und verflucht den Südwind und die Wellen, die einem von vorne entgegen kommen.

Es ist kein Jakobsweg, denn dafür haben wir zu viel Komfort und auch Sicherheitsnetze dabei. Dennoch werden wir auf dieser Reise viel Veränderndes erleben, dass unseren Mut fordert. Es wäre schade, wenn man genauso zurück kommt, wie man gestartet ist. Und am Ende sieht man Land. Nach zwei sehr stürmischen Tagen letzten Tagen haben wir nicht nur die Atlantiküberquerung hinter uns gebracht, wir haben den Äquator passiert. Wir bekommen ein Diplom und feiern ein bisschen mit Poseidon und der Crew und dann haben wir Fernando de Noronha erreicht.

Fernando de Noronha
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